Volksschule Haugsdorf
 

 

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Aus der Geschichte der Volksschule Haugsdorf

Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Schulbetriebs in Haugsdorf gehen zurück bis ins 16. Jhdt.

In Haugsdorf wurden damals auch die Alberndorfer und Auggenthaler Kinder unterrichtet, sofern diese überhaupt die Schule besuchen durften (finanzielle Gründe!).

Auch die Einführung der Schulpflicht unter Maria Theresia änderte daran nur wenig.

Bis 1864 unterstand die Schule in Haugsdorf dem Patronat des Abtes vom Stift Melk. Pro Jahr stellte dieser  150 Gulden zur Instandhaltung des Schulgebäudes zur Verfügung.

Die Pfarrer, die ja auch aus dem Stift Melk kamen, hatten den Schulmeister mit festgelegten Mengen an Wein, Weizen und Heizmaterial zu versorgen. Sie stellten die Lehrer mit Einwilligung der Herrschaft an.

Jährlich fand eine Schulvisitation statt, eigenlich nicht vergleichbar mit einer Inspektion, vielmehr eine öffentliche Prüfung – man kann sich das vielleicht anhand der Szenen aus den „Schlimmen Buben“ von Nestroy vorstellen. Bei dieser Visitation waren die herrschaftlichen Beamten zur Anwesenheit verpflichtet.
Die Schüler, die bei dieser Prüfung am besten entsprachen, wurden in das „Buch der Ehre“ eingetragen.

Die ersten Angaben über den Bau eines Schulgebäudes stammen aus dem Jahr 1790. Dieses wurde hinter der Kirche errichtet und bestand aus einer Wohnung für den Schullehrer, einem Gehilfenzimmer, 2 Lehrzimmern, einem Kuhstall und einem Holzschuppen.

Schon damals wurde beklagt, dass mit schlechtem Material gebaut wurde.

Etwa 20 Jahre später war nämlich bereits eine grundsätzliche Sanierung des Gebäudes notwendig.

1822 wurde ein drittes Klassenzimmer benötigt, dafür wurde einfach ein Wohnzimmer der Lehrerwohnung herangezogen.

Erst 1860 wurde der ehemalige Holzschuppen zu einem 3. Lehrzimmer umgebaut.

Die steigenden Schülerzahlen machen 1872 ein 4. Lehrzimmer notwendig, das im Gasthaus Lust angemietet wird, allerdings nur für kurze Zeit, da der Lehrer wieder abberufen wurde.

Heute wird der Lehrberuf, speziell in der VS, vor allem von weiblichen Lehrkräften ausgeübt. Bis 1876 gab es in Haugsdorf nur männliche Lehrer, erst in diesem Jahr wird eine Lehrerin – eine ehemalige Gouvernante aus Prag mit, wie betont wird,  hervorragenden Zeugnissen – angestellt.

1880 wurde anstelle der Wohnung des Oberlehrers ein stockhohes Gebäude errichtet. Im Erdgeschoß befand sich wieder die Wohnung des Oberlehrers. Im 1. Stock waren 2 Lehr- und ein Lehrmittelzimmer. Insgesamt gab es nun 5 Klassen, in denen 416 Kinder (im Schnitt mehr als 80 K. pro Kl.) unterrichtet wurden.
Allerdings gab es damals problematische Unterrichtsmethoden!

Als 2 Jahre später die Schülerzahl bereits 442 betrug, wurde vom Landesschulrat eine 6. Klasse gefordert und wieder ein Saal im Gasthaus angemietet.

Doch auch der Schulbau von 1880 war überaus schlecht ausgeführt. Schon nach nur 5 Jahren waren die Böden der 2. Klasse im 1. Stock so morsch, dass diese gesperrt und die Holzbalken erneuert werden mussten.

2 Jahre später ist die Zahl der Schüler bereits auf 520 angewachsen. 1887 ist daher die Gemeinde zur Vergrößerung der Schule durch Um- und Zubau auf 8 Lehrzimmer gezwungen. Dazu notiert der Chronist: „Der Bau des Schulhauses, welches nun den Anforderungen der Gegenwart entsprechend umgestaltet worden ist, hat wol den beiden Gemeinden Haugsdorf und Augenthal schwere Opfer auferlegt, gereicht ihnen aber zur Ehre; denn das Schulhaus in seinem gegenwärtigen Stande repräsentiert sich nun als eine Zierde der Marktgemeinde.“

Um die Jahrhundertwende erlebte die Marktgemeinde Haugsdorf einen großen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Besondere Förderer der Schule waren die jeweiligen Schulobmänner bzw. Schulaufseher, von denen 2 hervorzuheben wären, die in der Chronik mehrmals ausdrücklich erwähnt werden:
Herr Josef Leuthner, 25 Jahre Schulobmann und gleichzeitig Direktor der Sparkasse, bewirkte großzügige Spenden der Sparkasse für Schulausflüge (speziell für die Abschlussklassen), Weihnachtsbescherungen, Lehrmittel (die Schule war für damalige Verhältnisse bestens ausgestattet, wie der Chronik zu entnehmen ist) und den Schulbau.
Weiters Herr Josef Leidenfrost, er setzte sich sehr für jedwede Förderung der Schule ein und stritt auch mit der Gemeindevertretung um die notwendigen finanziellen Mittel. Er wird wörtlich in der Schulchronik zitiert:
„Gebt den Kindern und der Schule, was ihrer ist!“ und
„Die Schule und deren Inventar sind kostbares Gemeindegut, das wohlgepflegt, gehütet und vollwertig erhalten werden muß.“

Fixpunkte des Schullebens (in früherer Zeit):

Weihnachtsfeier, bei der arme Schulkinder mit warmen Kleidern und Schuhen beschenkt wurden. Anwesend bei diesen Feiern waren der Bürgermeister, der jeweilige Pfarrer, Mitglieder des Ortsschulrates, Mitglieder des Sparkassenvereins, der einen großen Teil der Spenden zur Verfügung stellte, sowie andere prominente Bürger der Gemeinde.

Der Schulausflug fand alljährlich in traditioneller Weise in den Spitzwald statt. Die Bevölkerung nahm großen Anteil an diesem Ereignis. Der Ausmarsch erfolgte mit Musik und Fahnen. Am Ziel des Ausflugs sorgten die Bürger des Ortes, die den Zug mit Wagen begleiteten, für eine großzügige Bewirtung der Schüler und gestalteten ein richtiges kleines Volksfest. Am Abend kehrte man mit bekränzten Fahnen ins Dorf zurück.

Mit einem gleich bleibendem Ritual – Festgottesdienst und Feier mit Ansprache und Gedichten – wurde auch alljährlich der Geburtstag des Kaisers begangen.

1894 wird der Kindergarten eröffnet, der der Direktion der VS unterstellt war.

1905 musste eine 9. Klasse eröffnet werden. Wegen Platzmangels wurde dieses Lehrzimmer im so genannten alten Schloss (heute der „Schlosskeller“) eingerichtet.

Im März 1908 beginnt ein neues Kapitel unserer Schulgeschichte.
Der Ortsschulrat sucht um die Errichtung einer Knabenbürgerschule an (Mädchen waren vorerst nicht zugelassen, durften aber ab 1912 als Hospitantinnen am Unterricht teilnehmen. Der reguläre Besuch war Mädchen erst ab 1914 gestattet).

Die Bewilligung für diese Knaben-Bürgerschule wurde im Juli 1909 erteilt, was von großer kultureller Bedeutung für das Pulkautal war.

Die erste Bauverhandlung für den Neubau der Bürgerschule war im Februar 1910, zwei Häuser in der Hauptstraße wurden von der Gemeinde durch Unterstützung der Sparkasse angekauft, weggerissen und an deren Stelle die neue Schule erbaut.

Schon am 2. November desselben Jahres fand die feierliche Einweihung der Schule statt. Die endgültige Übersiedlung in das neue Gebäude war aber erst im April 1911.

Die Einleitung des elektrischen Lichts wurde im Jahre 1922 durchgeführt (Keller, Kanzlei, Vorhaus und nur einige Lehrzimmer).

1923 gibt es auch eine elektrische Glocke. Vorher war zu diesem Zweck ein Schüler aus der letzten Klasse abgestellt, der am Ende einer jeden Stunde mit einer großen Glocke durch das Schulhaus lief.

Ab 1962 hatte die Volksschule eine eigene Direktion.

Abgesehen von den notwendigsten Reparaturarbeiten am Hauptschul-Gebäude, vor allem nach Krieg und Besatzungszeit, wurde die erste Generalsanierung (Zentralheizung, Erneuerung der Böden, Auswechseln der Türen) erst im Jahr 1965 durchgeführt.

Durch die Schließung der Dorfschulen der näheren Umgebung wuchs die Volksschule bis zum Jahr 1971 auf 8 Klassen an. Diese konnten nicht mehr im Gebäude der Hauptschule untergebracht werden. 2 Klassen kamen in die ehemalige Volksschule nach Jetzelsdorf, 2 Klassen in die ehemalige Landwirtschaftliche Fortbildungsschule in der Bezirksbauernkammer.

1971 begannen auch die Verhandlungen über den Bau einer eigenen Volksschule. Mit dem Bau wurde 1975 begonnen. Die Einweihung der neuen Volksschule in Auggenthal erfolgte im November 1979.