{"id":324,"date":"2020-02-18T11:05:01","date_gmt":"2020-02-18T11:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/vshaugsdorf.ac.at\/?p=324"},"modified":"2020-02-20T08:20:35","modified_gmt":"2020-02-20T08:20:35","slug":"historisches-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vshaugsdorf.ac.at\/?p=324","title":{"rendered":"Historisches"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #339966;\">Aus der Geschichte der Volksschule Haugsdorf<\/span> <\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die ersten urkundlichen Erw\u00e4hnungen des Schulbetriebs in Haugsdorf gehen zur\u00fcck bis ins 16. Jhdt.<\/p>\n<p>In Haugsdorf wurden damals auch die Alberndorfer und Auggenthaler Kinder unterrichtet, sofern diese \u00fcberhaupt die Schule besuchen durften (finanzielle Gr\u00fcnde!).<\/p>\n<p>Auch die Einf\u00fchrung der Schulpflicht unter Maria Theresia \u00e4nderte daran nur wenig.<\/p>\n<p>Bis 1864 unterstand die Schule in Haugsdorf dem Patronat des Abtes vom Stift Melk. Pro Jahr stellte dieser 150 Gulden zur Instandhaltung des Schulgeb\u00e4udes zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Pfarrer, die ja auch aus dem Stift Melk kamen, hatten den Schulmeister mit festgelegten Mengen an Wein, Weizen und Heizmaterial zu versorgen. Sie stellten die Lehrer mit Einwilligung der Herrschaft an.<\/p>\n<p>J\u00e4hrlich fand eine Schulvisitation statt, eigentlich nicht vergleichbar mit einer Inspektion, vielmehr eine \u00f6ffentliche Pr\u00fcfung \u2013 man kann sich das vielleicht anhand der Szenen aus den \u201eSchlimmen Buben\u201c von Nestroy vorstellen. Bei dieser Visitation waren die herrschaftlichen Beamten zur Anwesenheit verpflichtet.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler, die bei dieser Pr\u00fcfung am besten entsprachen, wurden in das \u201eBuch der Ehre\u201c eingetragen.<\/p>\n<p>Die ersten Angaben \u00fcber den Bau eines Schulgeb\u00e4udes stammen aus dem Jahr 1790. Dieses wurde hinter der Kirche errichtet und bestand aus einer Wohnung f\u00fcr den Schullehrer, einem Gehilfenzimmer, 2 Lehrzimmern, einem Kuhstall und einem Holzschuppen.<\/p>\n<p>Schon damals wurde beklagt, dass mit schlechtem Material gebaut wurde.<\/p>\n<p>Etwa 20 Jahre sp\u00e4ter war n\u00e4mlich bereits eine grunds\u00e4tzliche Sanierung des Geb\u00e4udes notwendig.<\/p>\n<p>1822 wurde ein drittes Klassenzimmer ben\u00f6tigt, daf\u00fcr wurde einfach ein Wohnzimmer der Lehrerwohnung herangezogen.<\/p>\n<p>Erst 1860 wurde der ehemalige Holzschuppen zu einem 3. Lehrzimmer umgebaut.<\/p>\n<p>Die steigenden Sch\u00fclerzahlen machen 1872 ein 4. Lehrzimmer notwendig, das im Gasthaus Lust angemietet wird, allerdings nur f\u00fcr kurze Zeit, da der Lehrer wieder abberufen wurde.<\/p>\n<p>Heute wird der Lehrberuf, speziell in der VS, vor allem von weiblichen Lehrkr\u00e4ften ausge\u00fcbt. Bis 1876 gab es in Haugsdorf nur m\u00e4nnliche Lehrer, erst in diesem Jahr wird eine Lehrerin \u2013 eine ehemalige Gouvernante aus Prag mit, wie betont wird, hervorragenden Zeugnissen \u2013 angestellt.<\/p>\n<p>1880 wurde anstelle der Wohnung des Oberlehrers ein stockhohes Geb\u00e4ude errichtet. Im Erdgescho\u00df befand sich wieder die Wohnung des Oberlehrers. Im 1. Stock waren 2 Lehr- und ein Lehrmittelzimmer. Insgesamt gab es nun 5 Klassen, in denen 416 Kinder (im Schnitt mehr als 80 K. pro Kl.) unterrichtet wurden.<\/p>\n<p>Allerdings gab es damals problematische Unterrichtsmethoden!<\/p>\n<p>Als 2 Jahre sp\u00e4ter die Sch\u00fclerzahl bereits 442 betrug, wurde vom Landesschulrat eine 6. Klasse gefordert und wieder ein Saal im Gasthaus angemietet.<\/p>\n<p>Hoch auch der Schulbau von 1880 war \u00fcberaus schlecht ausgef\u00fchrt. Schon nach nur 5 Jahren waren die B\u00f6den der 2. Klasse im 1. Stock so morsch, dass diese gesperrt und die Holzbalken erneuert werden mussten.<\/p>\n<p>2 Jahre sp\u00e4ter ist die Zahl der Sch\u00fcler bereits auf 520 angewachsen. 1887 ist daher die Gemeinde zur Vergr\u00f6\u00dferung der Schule durch Um- und Zubau auf 8 Lehrzimmer gezwungen. Dazu notiert der Chronist: \u201eDer Bau des Schulhauses, welches nun den Anforderungen der Gegenwart entsprechend umgestaltet worden ist, hat wol den beiden Gemeinden Haugsdorf und Augenthal schwere Opfer auferlegt, gereicht ihnen aber zur Ehre; denn das Schulhaus in seinem gegenw\u00e4rtigen Stande repr\u00e4sentiert sich nun als eine Zierde der Marktgemeinde.\u201c<\/p>\n<p>Um die Jahrhundertwende erlebte die Marktgemeinde Haugsdorf einen gro\u00dfen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.<\/p>\n<p>Besondere F\u00f6rderer der Schule waren die jeweiligen Schulobm\u00e4nner bzw. Schulaufseher, von denen 2 hervorzuheben w\u00e4ren, die in der Chronik mehrmals ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt werden:<\/p>\n<p>Herr Josef Leuthner, 25 Jahre Schulobmann und gleichzeitig Direktor der Sparkasse, bewirkte gro\u00dfz\u00fcgige Spenden der Sparkasse f\u00fcr Schulausfl\u00fcge (speziell f\u00fcr die Abschlussklassen), Weihnachtsbescherungen, Lehrmittel (die Schule war f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse bestens ausgestattet, wie der Chronik zu entnehmen ist) und den Schulbau.<\/p>\n<p>Weiters Herr Josef Leidenfrost, er setzte sich sehr f\u00fcr jedwede F\u00f6rderung der Schule ein und stritt auch mit der Gemeindevertretung um die notwendigen finanziellen Mittel. Er wird w\u00f6rtlich in der Schulchronik zitiert:<\/p>\n<p>\u201eGebt den Kindern und der Schule, was ihrer ist!\u201c und<\/p>\n<p>\u201eDie Schule und deren Inventar sind kostbares Gemeindegut, das wohlgepflegt, geh\u00fctet und vollwertig erhalten werden mu\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Fixpunkte des Schullebens (in fr\u00fcherer Zeit):<\/p>\n<p>Weihnachtsfeier, bei der arme Schulkinder mit warmen Kleidern und Schuhen beschenkt wurden. Anwesend bei diesen Feiern waren der B\u00fcrgermeister, der jeweilige Pfarrer, Mitglieder des Ortsschulrates, Mitglieder des Sparkassenvereins, der einen gro\u00dfen Teil der Spenden zur Verf\u00fcgung stellte, sowie andere prominente B\u00fcrger der Gemeinde.<\/p>\n<p>Der Schulausflug fand allj\u00e4hrlich in traditioneller Weise in den Spitzwald statt. Die Bev\u00f6lkerung nahm gro\u00dfen Anteil an diesem Ereignis. Der Ausmarsch erfolgte mit Musik und Fahnen. Am Ziel des Ausflugs sorgten die B\u00fcrger des Ortes, die den Zug mit Wagen begleiteten, f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgige Bewirtung der Sch\u00fcler und gestalteten ein richtiges kleines Volksfest. Am Abend kehrte man mit bekr\u00e4nzten Fahnen ins Dorf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Mit einem gleich bleibendem Ritual \u2013 Festgottesdienst und Feier mit Ansprache und Gedichten \u2013 wurde auch allj\u00e4hrlich der Geburtstag des Kaisers begangen.<\/p>\n<p>1894 wird der Kindergarten er\u00f6ffnet, der der Direktion der VS unterstellt war.<\/p>\n<p>1905 musste eine 9. Klasse er\u00f6ffnet werden. Wegen Platzmangels wurde dieses Lehrzimmer im so genannten alten Schloss (heute der \u201eSchlosskeller\u201c) eingerichtet.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1908 beginnt ein neues Kapitel unserer Schulgeschichte.<\/p>\n<p>Der Ortsschulrat sucht um die Errichtung einer Knabenb\u00fcrgerschule an (M\u00e4dchen waren vorerst nicht zugelassen, durften aber ab 1912 als Hospitantinnen am Unterricht teilnehmen. Der regul\u00e4re Besuch war M\u00e4dchen erst ab 1914 gestattet).<\/p>\n<p>Die Bewilligung f\u00fcr diese Knaben-B\u00fcrgerschule wurde im Juli 1909 erteilt, was von gro\u00dfer kultureller Bedeutung f\u00fcr das Pulkautal war.<\/p>\n<p>Die erste Bauverhandlung f\u00fcr den Neubau der B\u00fcrgerschule war im Februar 1910, zwei H\u00e4user in der Hauptstra\u00dfe wurden von der Gemeinde durch Unterst\u00fctzung der Sparkasse angekauft, weggerissen und an deren Stelle die neue Schule erbaut.<\/p>\n<p>Schon am 2. November desselben Jahres fand die feierliche Einweihung der Schule statt. Die endg\u00fcltige \u00dcbersiedlung in das neue Geb\u00e4ude war aber erst im April 1911.<\/p>\n<p>Die Einleitung des elektrischen Lichts wurde im Jahre 1922 durchgef\u00fchrt (Keller, Kanzlei, Vorhaus und nur einige Lehrzimmer).<\/p>\n<p>1923 gibt es auch eine elektrische Glocke. Vorher war zu diesem Zweck ein Sch\u00fcler aus der letzten Klasse abgestellt, der am Ende einer jeden Stunde mit einer gro\u00dfen Glocke durch das Schulhaus lief.<\/p>\n<p>Ab 1962 hatte die Volksschule eine eigene Direktion.<\/p>\n<p>Abgesehen von den notwendigsten Reparaturarbeiten am Hauptschul-Geb\u00e4ude, vor allem nach Krieg und Besatzungszeit, wurde die erste Generalsanierung (Zentralheizung, Erneuerung der B\u00f6den, Auswechseln der T\u00fcren) erst im Jahr 1965 durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Durch die Schlie\u00dfung der Dorfschulen der n\u00e4heren Umgebung wuchs die Volksschule bis zum Jahr 1971 auf 8 Klassen an. Diese konnten nicht mehr im Geb\u00e4ude der Hauptschule untergebracht werden. 2 Klassen kamen in die ehemalige Volksschule nach Jetzelsdorf, 2 Klassen in die ehemalige Landwirtschaftliche Fortbildungsschule in der Bezirksbauernkammer.<\/p>\n<p>1971 begannen auch die Verhandlungen \u00fcber den Bau einer eigenen Volksschule. Mit dem Bau wurde 1975 begonnen. Die Einweihung der neuen Volksschule in Auggenthal erfolgte im November 1979.<\/p>\n<p>Um die vom Gesetzgeber geforderte Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern zu verbessern und eine Demokratisierung herbeizuf\u00fchren wurde an der Volksschule Haugsdorf ein Elternverein gegr\u00fcndet. Die konstituierende Sitzung wurde am<\/p>\n<p>15. J\u00e4nner 1975 abgehalten.<\/p>\n<p>Nach Stilllegung der Volksschule Pernersdorf im Jahr 1982 wurden ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ab dem Schuljahr 1982\/83 in Haugsdorf eingeschult.<\/p>\n<p>1995\/96 stieg die Zahl der Klassen auf 9. Es wurde von der Gemeinde beschlossen, die Kindergartengruppe aus dem Schulgeb\u00e4ude auszugliedern und zus\u00e4tzlich zwei Klassen auf der Dachterrasse auszubauen.<\/p>\n<p>Die Innenrenovierung des Schulhauses wurde in den Ferien 2001 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Das Schulfest zum Abschluss der Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten fand am 15. Juni 2002 mit einem Festakt in der Aula statt.<\/p>\n<p>In Lehrerzimmer und Kanzlei wurde im Schuljahr 2001\/02 ein Internetanschluss installiert. 2006 erstellte der Schulausschuss ein Konzept \u00fcber eine komplette EDV-Ausstattung der Schule: Jede Volksschulklasse erhielt zwei PCs mit Internetzugang.<\/p>\n<p>Im Schuljahr 2006\/07 wurde an der Volksschule erstmals Nachmittagsbetreuung angeboten.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums \u201e30 Jahre Volksschule Haugsdorf in Auggenthal\u201c bildete im Schuljahr 2009\/10 ein Kreativprojekt Schwerpunkt des schulischen Tuns. Unter anderem entstand in mehrw\u00f6chiger Arbeit das Tonrelief \u201eDer Weg\u201c, ein 7 m langes Kunstwerk f\u00fcr die Aula der Schule.<\/p>\n<p>Am 30. Juni 2011 beschloss der Volksschulausschuss den Ankauf von zwei \u201eInteractive Whiteboards\u201c. Ab dem Schuljahr 2011\/12 wurden auch die \u00fcbrigen Volksschulklassen mit SMART-Boards ausgestattet.<\/p>\n<p>Da die Zahl der Kinder f\u00fcr die Nachmittagsbetreuung st\u00e4ndig zunahm, wurde 2014 ein Zubau beschlossen. Die Erweiterung des Schulgeb\u00e4udes um zwei R\u00e4ume konnte termingerecht bis Schulbeginn 2015 fertiggestellt werden.<\/p>\n<p>Im Zuge der Errichtung der R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Nachmittagsbetreuung wurde die Vergr\u00f6\u00dferung des Konferenzzimmers vorgeschrieben. Die Verlegung des Raumes auf die Visavis-Seite bot gen\u00fcgend Platz und wurde in den Ferien 2017 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Der \u201eSnoezelenraum\u201c \u2013 ein Ruheraum f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen \u2013 wurde ebenfalls 2017 fertiggestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Geschichte der Volksschule Haugsdorf &nbsp; Die ersten urkundlichen Erw\u00e4hnungen des Schulbetriebs in Haugsdorf gehen zur\u00fcck bis ins 16. Jhdt. 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